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Video-Tipps von Edition Salzgeber


Edition Salzgeber Kino- und Video-Tipps
von Dieter Herchenbach



Sonderseite Edition Salzgeber

Neuerscheinungen:  

 

 

 

Klassiker:

 

Ein leben lang kurze Hosen tragen

Der Metzgergehilfe Jürgen Bartsch hat in den Jahren von 1962 bis 1966 im Ruhrgebiet vier schulpflichtige Jungen missbraucht und ermordet. Bei der ersten Tat war er 15 Jahre alt. Er war 19, als man ihn fasste. In der Landesheilanstalt Eickelborn gibt der von Krankheit gezeichnete, mittlerweile 26-jährige Kindermörder während einer (fiktiven) Therapiesitzung, die mit einer Videokamera aufgenommen wird, Auskunft über sein Leben.

Bartsch fesselnde Beichte während einer Therapiesitzung 1972 in der Landesheilanstalt Eickelborn bildet den Rahmen für szenische Rückblenden, die die Morde und seinen Lebensweg nachzeichnen - eine Reise in die Abgründe einer kranken und geschundenen Seele. Bartschs kaltherzige und strenge Adoptiveltern, die unmenschlichen Erziehungsmethoden, unter denen er in einem katholischen Internat zu leiden hatte, der Moment, als ihm klar wurde, dass er sich von kleinen Jungen sexuell angezogen fühlte, seine Sehnsucht niemals erwachsen zu werden - Schlüsselerlebnisse und Mosaiksteine, die den jungen Jürgen zur „Bestie von Langenberg“ machen sollten, wie die Presse ihn später titulierte.

Das bezwingende Psychogramm eines Unscheinbaren als beklemmende Reise ins Dunkel.

Dieser Video-Monolog, der auf veröffentlichten Aufzeichnungen und Briefen basiert, wird durch eine Reihe von szenischen Rückblenden unterbrochen, die das Erzählte - Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren sowie die einzelnen Morde - illustrieren. Versprengt finden sich auch Einblendungen von Bartschs Tagebucheintragungen mit Selbstreflexionen wieder.

Mit Hilfe diverser Montagetechniken nähert sich der Film der Persönlichkeit Bartschs ausschließlich aus dessen Perspektive an, ohne Kommentar von außen.


Doku / Drama

Deutschland 2002

Regie: Kai S. Pieck

 

 

Darsteller & Rollen:

Tobias Schenke .... Jürgen Bartsch
Sebastian Urzendowsky .... Jürgen Bartsch als Junge
Ulrike Bliefert .... Gertrud Bartsch
Walter Gontermann .... Gerhard Bartsch
Jürgen Christoph Kamcke .... Pater Seidlitz
Sebastian Rüger .... Junger Diakon
Stephan Szasz .... Junger Priester
Roland Riebeling .... Kaplan Herles

Bulgarian Lovers

Daniel ist Spanier. Und Anwalt. Und reich. Und schwul. Und nicht mehr der Jüngste. Daher sucht er sich sein Vergnügen in der Madrider Stricherszene, die inzwischen - vereintes Europa sei Dank - von ehemaligen Ostblock-Männern überflutet wird. So gerät er an Kyril; einen Bulgaren. Unser Hauptdarsteller verliebt sich in ihn. Und der geneigte Zuschauer beginnt zu ahnen, dass das gar nicht gut sein kann. Man sollte tunlichst keinem Hetero verfallen, der dazu noch ein wandelndes Obermacho-Klischee ist. Und pleite. Und illegal.

Kyril ist hetero (sowieso klar...) und hat eine Freundin, mit der er die Distanzbeziehung Madrid-Berlin lebt. So weit käme Daniel wohl noch zurecht. Aber als die Dame immer häufiger anruft - und das nicht immer in den passendsten Momenten - zieht sich die Schlinge enger. 
Aber Daniel ist sowieso schonhoffnungslos in den Fängen des Bulgaren-Hengstes (und dabei haben Hengst keine Fänge). Selbst sein tuckigen Freunde vermögen ihm nicht mehr die Augen zu öffnen. Immer tiefer verstrickt sich Daniel in die illegalen Machenschaften seines Gelegenheitslovers. Selbst bei der Hochzeit von Kyril und seiner Freundin bekommt Daniel nicht die Kurve. Ein bisschen Zuckerbrot in Form eines geraubten Tanzes hält ihn bei der Stange (mein Gott, muss der Hetero gut ficken können...).

Der Zuschauer hat sein diebisches Vergnügen dabei; zu beobachten, wie der Hase läuft; die zum Schmunzeln anregenden Versuche Daniels, vom Objekt seiner Begierde loszukommen; Kyrils strategisch platzierten Zugeständnisse und vor allem die geniale Kammeraführung und der pointierte Schnitt.

Leider nur als spanischsprachiges Original mit deutschen Untertiteln.

 

Komödie

Spanien 2002/3

Originaltitel: Los Novios Búlgaros

Regie: Eloy de la Iglesia

 

Darsteller & Rollen:

Fernando Guillén Cuervo (Daniel)
Ditrán Biba (Kyril)
Pepón Nieto (Anwalt) 
Anita Sinovic (Kalina) 
                                                          

Ich kenn' Keinen - Allein unter Heteros

Jochen Hicks Kinoerfolg bekam zu Recht den Teddy auf der Berlinale 2003 sowie weitere Auszeichnungen.

Dokumentarisch aber dennoch spannend erzählt der Film die Geschichten vierer Männer aus der Provinz - fernab der schwulen Metropolen - eben Allein unter Heteros.

Besonders interessant sind die Gegenüberstellungen der schließlich doch geouteten Homos mit dem heterosexuellen Freundeskreis, den Kollegen, dem Stammtisch, dem Pfarrer, dem Arzt usw. Den Menschen, die den schwulen Mitmenschen schon seit Jahren und Jahrzehnten kennen, aber eben nicht als Schwulen.

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn dem Zuschauer aus den Mündern der betroffen reagierenden Heteros die unglaublichsten Äußerungen entgegen kommen. Vielen gemeinsam ist "Nein, sie kennen keinen Schwulen"; selbst wenn der Homo direkt gegenüber sitzt. Die Verdrängung funktioniert perfekt. Die interviewten Dorfbewohner haben oftmals die wunderbare Gabe, sich vor der Kamera selbst zu entlarven. Ihre Borniertheit, ihr Beharren auf 'Natürlichkeit' oder 'Gott', ihre gänzliche Weigerung, Homosexualität in ihrem Umfeld überhaupt nur wahr zu nehmen.

Hartmut Alber (57) ist HIV-positiv und hatte ein spätes Coming Out in Onstmettingen auf der Schwäbischen Alb. Jahrelang konnte er nur im Urlaub - fernab der Heimat, vorzugsweise in Thailand - schwul sein. Hick macht sich die Mühe und zeigt ihn nicht nur im schwäbischen Ländle sondern auch mit seinen Thaiboys.

Stefan Braun (26) aus Michelwinnaden bei Bad Waldsee ist Forstwirt. Seine Mutter hat sich inzwischen nicht nur mit der Homosexualität ihres Sohnes abgefunden, nein, sie hat einen Selbsthilfeverein für Eltern homosexueller Kinder gegründet: "Als ich bemerkte, dass mein Hund schwul ist, habe ich ihn erschlagen." erzählte eine Frau am Telefon. "Bei meinem Sohn kann ich das ja wohl nicht auch tun, oder?"
Das zeigt wohl die Daseinsberechtigung dieses Vereins überdeutlich... Und dabei hatten die Försterkollegen auf Stefans Outing noch recht cool reagiert.

Im Gegensatz zu den Erfahrungen von Richard, der - inzwischen in fortgeschrittenem Alter - Nazideutschland überlebt hat. Er zeigt uns mit seinem Freund in Zürich die Stätten, an denen Homos damals Feste feiern konnten. Und dabei sind die Schwulen gar nicht so anders als die spießigen Landei-Heten. Hat er doch beispielsweise seinen Fernseher hinter einer Bücherwandattrappe versteckt.

Uwe Furtwängler ist Uniform-Fetischist. Seine Klamotten kauft er inzwischen im einschlägigen Fachgeschäft in Berlin unter fachkundiger Beratung. Die Großstadtszene ist für ihn fremd; dass vor 12 Uhr nachts in den Kneipen nichts los ist verwundert ihn wie mich bei meinem ersten Berlinbesuch. Denn - hey - ich bin aus Freiburg und das ist ja schließlich Deutschlands größte Kleinstadt ;-)

Eine humorvolle und zugleich beklemmende Bestandsaufnahme über das Leben 'Allein unter Heteros'.  Eine Analyse, die sicher nicht nur auf den deutschen Südwesten zu beschränken ist..

Ein klares "Must See!" für diesen Film



Produktinfo:

VHS:
Sprache: deutsche Originalfassung

DVD:
Extras: Original Kino-Trailer, Regisseursbio, Audiokommentar des Regisseurs
im Gespräch mit Wieland Speck, Premiere in Stuttgart und Berlin, Previews,
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprache: Deutsche Originalfassung


Doku

Deutschland 2003

Regie: Jochen Hick

 

Darsteller: 

Hartmut Alber, Stefan Braun, Uwe Furtwängler, Erika Micale, Richard, Eduard, Robert Rapp, Ernst Ostertag, Felicitas Furtwängler, Käte Braun, Martin Braun, Anne Lang, Claudio Micale

 

 

Söhne

Wieder einmal profiliert sich die "Edition Salzgeber" als Herausgeber anspruchsvoller Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Und mehrfach preisgekrönt sind sie dazu. Auf der DVD "Söhne" sind 2 Filme vereint, deren Laufzeit zusammen knapp 90 Minuten ausmacht, die aber miteinander nichts gemein haben, außer, dass sie jeweils einen schwulen Sohn als Hauptfigur und einen dazugehörigen Vater in einer Nebenrolle haben.

Ein Sohn (Un Fils)
Selim ist ein junger arabischstämmiger Franzose, der sein Auskommen mit seiner exotischen Schönheit und sinnlichen Ausstrahlung verdient. Zusammen mit einer älteren Freundin gabelt er in Nachtclubs von Paris Männer auf, mit denen das Duo oder auch er alleine ins Geschäft kommen. Mit Betonung auf "kommen"...

Selim führt ein Doppelleben, denn sein Vater darf nichts davon wissen. Für ihn arbeitet er in einem Hotel als Portier. Und das darf man ruhig wörtlich nehme, denn ein Großteil seiner Ersparnisse sind für des Vaters Operation gedacht. Ein schweres Leiden hat ihn arbeitslos gemacht und dazu ist auch noch seine Frau gestorben. Ganz schlechte Karten also für eine entspannte Vater-Sohn-Beziehung. Der Vater ist unfähig, mit seinem Sohn mehr als nur Oberflächlichkeiten auszutauschen. Fast hat es den Anschein, als ob sich Selim bei seinem Kontakt zu seinen Kunden auch teilweise nach der väterlichen Zuneigung sehnt.

Erst durch die dramatischen Entwicklungen gegen Ende des Films, finden Vater und Sohn wieder zueinander. Allerdings nicht so, wie man es ihnen gewünscht hätte.

Mohamed Hicham betört in seiner Rolle nicht nur die Liebhaber bronzefarbener Epheben; seine Ausstrahlung und Bildschirmpräsenz ist wirklich beeindruckend.

Auch ohne Französischkenntnisse kann man der Handlung gut folgen, zumal ja deutsche Untertitel zur Verfügung stehen.

 

Der kleine Tod (La Petite Mort)

So nennen unsere französischen Nachbarn ihren Orgasmus. OK, vielleicht nicht alle jeden, aber immerhin ist es ein feststehender Begriff.

Und genau darum geht es. Der schwule Paul hat sich darauf spezialisiert, die Gesichter von Männern während des Orgasmus fotografisch festzuhalten. Auch eine Passion. Sein Freund und Mitbewohner Martial findet das ganz in Ordnung, während sich seine Schwester Camile darüber echauffiert. Sie besucht den Bruder Paul, weil es ihrem gemeinsamen Vater gesundheitlich nicht gut geht und er im Krankenhaus liegt.

Paul hat kein besonders gutes Verhältnis zu seinem Erzeuger, weil dieser mit ihm zeitlebens nicht viel anfangen konnte. Die tieferen Hintergründe mag ich jetzt hier nicht beleuchten... Lassen wir also im Dunkeln, was sich der schwule Kult-Regisseur François Ozon dabei gedacht hat. Paul lässt sich jedenfalls zu einem Besuch am Krankenbett überreden, bereut es aber sogleich wieder, als er dem verwirrten Vater gegenübersteht.

Bei einem erneuten, heimlichen Besuch rächt sich Paul an seinem schlafenden Vater, indem er ihn fotografiert. Und wie! Doch diese Tat bleibt nicht unbemerkt...

Auch dieser Film ist in der französischen Originalfassung mit zuschaltbaren Untertiteln auf der DVD.

Was allerdings der Untertitel " Er hat sie pg7inhopg 9[]bronvermeldingbijsch" bedeuten soll, bleibt das süße Geheimnis der Untertitler ;-)

 

Drama

Ein Sohn
Un Fils (2003), Frankreich
Regie: Amal Bedjaoui
Drehbuch: Amal Bedjaoui, Isabelle Pichaud
Laufzeit 58 min.

Der kleine Tod
La Petite Mort (1995), Frankreich
Regie: François Ozon
Drehbuch: Didier Blasco, François Ozon
Laufzeit: 26 min.

 

Darsteller und Rollen (Ein Sohn):

Mohamed Hicham .... Selim
Hammou Graïa .... Omar
Isabelle Pichaud .... Louise
Aurélien Recoing .... Max
Licino Da Silva .... Gérant de l'hôtel
Olivier Rabourdin .... Captain Lopez
Philippe Carta .... Agresseur 1
Walid Afkir .... Agresseur 2
Hervé Blanc .... Le client des toilettes
Xavier Maly .... Le client de Louise
Benouar Habibi .... Agresseur 3
Rachid Saïd .... Agresseur 4
Bruno Bordas .... Policier en civil
Antoine Coudère .... Policier en tenue
Christelle Dagron .... Interne Samu

 

Darsteller und Rollen (Der kleine Tod):

François Delaive .... Paul
Camille Japy .... Camille
Martial Jacques .... Martial
Michel Beaujard .... Le père

Erstes Mal - vier Kurzfilme

Vier Episoden über schwule Liebe

Frühstück?
Boris ist ein Frischling, jung, bebrillt und ein wenig bleich. Und eben neu in Berlin. Aber schon hat er Till kennen gelernt und sich ihn den rattigen Jungen verliebt. Seinen Traumtyp in der grauen Großstadt. Sein Herz-Bube. Doch Till ist eine Punze, eine Schlampe. So sieht er sich selbst. Er liebt Boris auch, aber ihm macht die Vorstellung, sich nur an einen Mann zu binden, Angst. Till will alles andere als sich festlegen. Mit seiner beste Freundin Giselle pflegt Till zu frühstücken. Und dabei will er nicht einmal seinen Freund Boris dabeihaben. "Frühstück ist nur für uns" sagt er zu ihr. Sie jedoch möchte nicht zwischen den beiden Liebenden stehen und lädt auch Boris ein. Doch dazu kommt es erst einmal nicht.

Ein gemeinsamer Ausflug ins Freibad steht auf dem Programm. Das gemischte Trio vergnügt sich auf individuelle Weise. Giselle bräunt sich, Boris vermeidet dies und kann auch mit der Anmache eines Mannes im Duschraum nicht umgehen. Ganz anders Till. Der schnappt sich den Hengst...

Derweil unterhalten sich Giselle und Boris über das Früchtchen: "Till ist wie ein Hund, er ist neugierig und macht, was ihm gefällt. Oft läuft er weg, aber er kommt immer wieder zurück". Keine tröstlichen Aussichten, die Giselle dem still leidenden Boris da vorhält.

Am Abend sind die Jungs unter sich und haben die Dächer und Lichter der Stadt ebenfalls unter sich. Ein kleinwenig Romantik keimt auf, doch Till kratzt die Kurve und schleppt Boris in eine Schwulendisko. Sie tanzen oben ohne und werden heiß aufeinander. Die Abkühlung soll im Freien stattfinden. Doch ein Zuschauer irritiert Boris; Till ist davon eher angetan und so verzieht sich der schüchterne Junge. 

Am Morgen danach ist wieder Frühstück bei Giselle angesagt. Sie redet dem Freund ins Gewissen und der zieht schließlich los, um nach Boris zu sehen. Der wiederum ist nur mäßig begeistert, als sein Lover vor der Türe steht und die beiden streiten sich wegen der Vorkommnisse der vergangenen Nacht. Im Durcheinander lässt Till sein Handy liegen und zieht von dannen. Einige Minuten später klingelt dieses. Boris geht dran und Till ist in der Leitung. Er springt über seinen Schatten und macht Boris eine Art Liebeserklärung. Auf seine Art. Boris ist gerührt und macht sich mit dem Handy am Ohr auf die Suche nach seinem Freund. Als sie sich finden, kommt es zu einer herzerweichenden Szene. Sie endet mit der Frage... "Frühstück?"

Deutsche Fassung

 

Freunde
geht auf die Kurzgeschichte "The Whiz Kids" der amerikanischen Autorin A.M. Homes zurück und ist eine Diplomarbeit an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM). 

Ein blonder Junge rennt im Regen mit einer Taschenlampe in der Hand über Land. Schnitt. Zwei Jungs balgen sich im Matsch. Schnitt, Rückblende. Im Schul-Labor. Der coole Marco nennt den blonden Johannes einen Schwanzlutscher. Der reagiert nicht darauf. Marco nimmt Johannes in den Schwitzkasten. Erst eine Lehrkraft trennt die beiden. Schnitt. Wieder die Rauferei. Schnitt. Auf dem Sportplatz rauchen die Freunde Zigaretten und Johannes quatscht mit andern Bekannten. Schnitt. Die Jungs sind Freunde, OK, so weit haben wir's kapiert. Und in ihren ständigen Raufereien entladen sich angestaute Sehnsüchte nach Berührung und Zärtlichkeit. 

Marco wirft den Videorekorder an und legt einen Hetero-Porno ein. Johannes ist wenig begeistert. Marco will ihn provozieren. Er fragt, ob es Johannes stört, dass eine Frau mitspielt. Johannes antwortet nicht, sondern geht. 

Tags darauf in der Schule schmachtet Johannes Marco an. Der reagiert gelassen. Später suchen sie Unterschlupf vor dem Regen in einem verlassenen Gehöft und vertreiben sich die Zeit mit Spielchen. Sie verbringen gerne ihre Zeit miteinander. Auch in der Badewanne, wo es zu ersten eindeutigen Zärtlichkeiten kommt. Marco liebt die Gefahr und wichst, während Johannes Mutter nebenan staubsaugt. Marco liebt die Macht, die er über Johannes hat, wenn er sich dann vor ihm aufbaut und befiehlt: Ablecken! Marco überschreitet Grenzen. In der sturmfreien Bude kommt es zu Zärtlichkeiten, die mit der Verwendung von Gleitcreme enden <räusper>. Später schlägt er Johannes vor, dabei zuzusehen, wie er mit einem Mädchen schläft. Doch als die sich weigert, kommt es zum Eklat.

Krügers Film verstört. Die Schnitttechnik macht es nicht leicht, dem Inhalt zu folgen, aber sie veranschaulicht auch die Zerrissenheit der Gefühle der Jugendlichen.

„Silberner Löwe“ für den Besten Kurzfilm auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 2001
‚Prix UIP Venice 2001’ (Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis)
1. Preis der „Short Cuts Cologne“, Internationales Kurzfilmfestival Köln 2001
Prix Canal+ des Int. Filmfestivals Angers / Frankreich

Deutsche Fassung

 

Das Sommerkleid 
Der schnuckelige Schwule Sébastien fährt mit seinem gutaussehenden Lover in Urlaub. Durch die Extrovertiertheit dessen entnervt, packt er seine Sachen und geht an den Strand zum Nacktbaden. Dort fällt er ins Beuteschema einer Fremden, er geht auf die Anmache des Mädchens ein und schiebt mit ihr im Wäldchen am Strand eine Nummer. Danach ist seine Kleidung gestohlen. Sie bietet ihm - leihweise - ihr Kleid an. Widerwillig streift er es sich über und radelt schnellstmöglich zurück. In dem Ferienhäuschen angekommen, trifft er auf seinen Freund und angeregt durch dieses Kleid und das allfällige Rollenspiel fallen die beiden übereinander her. Das Kleid wird in Fetzen gerissen, und... ;-)
Am Morgen danach muss Sébastien es dem abreisenden Mädchen zurückgeben.

Der Kurzfilm wurde 1997 in Locarno mit dem Nachwuchspreis "Leoparden von morgen" ausgezeichnet.

Französisch mit (bei der DVD abschaltbaren) deutschen Untertiteln.

 

Hormone und andere Dämonen
Alles fängt mit einem Arztbesuch an. Der verweigert der androgynen Eddi die gewünschten Hormone. Dabei möchte sie doch so gerne Brüste haben. Eigentlich. Als ihr großer Bruder im Ferienhäuschen beiläufig erwähnt, dass ihre Mutter Östrogene schluckt, fasst Eddi einen Entschluss. Nach einem Sprung in den See gerät sie an den Angelhaken eines blonden, jungen Mannes, dessen Namen wir erst später erfahren werden. Er befreit das Mädchen behutsam aus seiner misslichen Situation. Dabei empfindet Eddi seine Berührung als sehr angenehm. Doch sie rennt davon. Im Haus schnappt sie sich Muttis Schminkköfferchen, um den Plan in die Tat umzusetzen. Sie hat kein Interesse an Kajal oder Rouge, nein sie hat es auf die Pillen abgesehen, und schnell ist eine davon eingeworfen.

Zurück zum Angler, denn die Wunde, die der Haken verursacht hat, will versorgt werden. Der Mann erzählt Eddi u.a. von seinem Psychiater und macht ein bei ihm gelerntes Spielchen mit ihr. Ich sage Dir ein Wort, und Du sagst mir sofort ein Anderes, was Dir dazu einfällt. Mit "Sommer" fängt es an und endet bei "Sex". Ups. Beim Wort. Denn außer ein paar vorsichtigen Küssen läuft nichts. In der geliehene Uniform geht Eddi nach Hause.

Ihr Bruder Kai hat Geburtstag und er hat den Angler Lukas eingeladen. Zur Überraschung von Edvarda, die nun einander endlich vorgestellt werden. Sie probiert heimlich Mutters Spitzenunterwäsche an, weil sie dem Mann gefallen möchte und schluckt gleich mehrere Pillen. Denn sie ist Feuer und Flamme für ihn. Offensichtlich findet ihre Mutter den Fremden auch attraktiv, denn sie tanzt zärtlich mit ihm. Er jedoch tauscht mit Kai vielsagende Blicke aus. Eddi ist entsetzt. Durch einen Trick schafft sie es, die Mutter loszueisen, doch gerade als sie mit dem Objekt aller Begiereden tanzen will, funkt ihr Bruder dazwischen. Mitternachtsschwimmen.  Doch auch hier versaut die Mutter Eddi die Tour. Die beiden Jungs verschwinden... Am Morgen dann sucht Eddi in Lukas' Bootshaus und findet die beiden Männer Arm in Arm eng umschlungen. Geschockt rennt sie nach hause. Nicht ohne dabei dem folgenden Lukas einen Kinnhaken zu verpassen...

Unter vier Augen rät sie ihrem Bruder, er solle doch auch 'mal die Tabletten der Mutter - und besser noch - deren Höschen probieren. Sie braucht eine Weile, bis sie das Schwulsein ihres Bruders akzeptieren kann. Schließlich geht sie zu Lukas, um die Uniform zurückzubringen; im strömenden Regen. Sie findet ihn in der Hängematte und bekommt etwas ganz Besonderes...

Norwegisch mit (bei der DVD abschaltbaren) deutschen Untertiteln.

Die vier Kurzfilme zum Thema "Schwule Liebe - Das erste Mal" sind hervorragend ausgewählt und von überdurchschnittlicher Qualität.


Erschienen als DVD und Video bei Edition Salzgeber

Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 

Deutschland, 2002 Kurzfilm, 14 min.

Buch und Regie: Alexander Pfeuffer, Kamera: Martin Hoffmann, Ton: Susy Wehrli, Schnitt: Broderick Fox, Martin Hoffmann, Musik: Karim Sebastian Elias, Szenenbild: Peter Ulrich und Susanne Dietze, Produzenten: Thomas Grube, Uwe Dierks

Rollen und Darsteller: Till (Tobias Schenke), Boris (Nico Link) und Giselle (Anna Thalbach)

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland 2001, 21 min


Kamera: Oliver Schwabe
Montage: Rita Schwarze
Sound: Uwe Dresch
Buch und Regie: Jan Krüger
nach einer Idee von A.M. Homes

Darsteller: Marlon Kittel, Martin Kiefer

 Tipp für Transen

(Une robe d’été)
Spielfilm, Frankreich 1996, 16 Minuten
Regie: François Ozon

Mit Frédéric Mangenot, Lucia Sanchez, Sébastien Charles

Musik: (Sonny Bono »Bang Bang«) 

Norwegen

Regie: Sara Johnsen

 

 

 


 


 

 

 

 

 

 

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